Who let the Dogs Out#
DM: Nathanael
Zweiteilige Session, gespielt am 12. und 20. April 2026
Schauplätze: Tiefwasser-Kanalisation, eine Grotte unter Alfs Turm, der Konsolen-Lift, Flügel 16c (die Hunde-Etage), die Challenge-Rooms, das Zwingerlager, die Polymorphisations-Kammer
Die Gruppe#
Auftrag im Hinterzimmer#
Eine Woche nach den Ereignissen in der Höhle des Löwen ist die Stimmung im Stapel angespannt. Zwei Agenten gelten als verschollen: Albin und Nigök Elbowsmasher. Beide zuletzt gesehen, als sie sich an Alfs Turm versuchen wollten — beide seit Tagen nicht zurück.
Odiosis hat das Spitzelnetzwerk losgeschickt. In einem Hinterzimmer im Hafenbezirk sitzt ein Mann mit feuchten Stiefeln und einer geknickten Skizze, die er dreimal entfaltet, bevor er sie weggibt. Ein Zugang zu Alfs Turm, sagt er. Durch die Kanalisation. Er will Geld dafür, und er will weg sein, sobald er es bekommen hat.
Reeza, Ullric, Gus und Grunar nehmen den Auftrag.
Zwanzig Minuten unter der Stadt#
Der Einstieg ist ein verrosteter Schacht in einer Seitengasse. Dann zwanzig Minuten Tiefwasserkanalisation: Wasser, das in die Stiefel kriecht, schiefe Ziegel, das gedämpfte Echo der eigenen Schritte. Keine Patrouillen, keine Überraschungen. Nur das Gefühl, dass man mit jedem Schritt tiefer unter eine Stadt geht, die einen längst vergessen hat.
Am Ende des Schachts: eine Grotte. Drei Plattformen, übereinander in den Fels geschlagen, mit groben Stufen verbunden. Auf der mittleren Plattform steht eine Tür in einer Nische — und die Tür gibt nach, sobald jemand sie ernsthaft anschaut. Eine Illusion. Dahinter ein kleiner steinerner Raum.
Schere, Stein, Papier#
In dem Raum: eine Konsole. Drei Knöpfe, mit Symbolen aus einem Kinderspiel.
- Stein brummt freundlich. Wie ein Schalter, der ein Gerät einschaltet.
- Schere beisst zurück — wer ihn drückt, kassiert einen kleinen blauen Funken. 1d4 Lightning.
- Papier tut absolut nichts. Vielleicht ist genau das die Antwort.
Nach kurzer Tüftelei leuchtet die Konsole auf. Login. Benutzername. Passwort. Es ist Gus, der die naheliegende Kombination probiert: Alf — Pink. Und tatsächlich. Drinnen.
Die Versuche, das Passwort zu ändern oder Alf auszusperren, scheitern höflich. Was sich öffnen lässt, ist ein Verzeichnis. Eine Zeile zieht alle Blicke an: „Hunde". Sechzehn Etagen. Albin in 16c. Nigök in 16a — Detention.
Im Moment, in dem die Auswahl bestätigt ist, beginnt der Raum zu zittern. Der ganze Steinkasten ist ein Lift. Sie fahren — leise, weich, ohne ein Geräusch von aussen — und als sie die Tür öffnen, stehen sie nicht mehr unter der Stadt.
Flügel 16c#
Was sie sehen: ein Korridor in warmem Holz, mit Plüsch ausgelegt, sauber. An den Wänden Fressnäpfe in Reihen. Ein Geruch nach feuchtem Fell und Ozon. Und dann — ein Bellen. Aber keines, das sich wie ein Bellen anhört. Es ist eher ein Sprechen, das versucht, ein Bellen zu sein.
Sprechende Hunde. Sie tragen Halsbänder mit Messingplaketten, sie patrouillieren in Paaren, und sie führen Befehle weiter, die sie offensichtlich von einer Stimme bekommen, die nicht im Raum ist. Das erste Scharmützel ist kurz. Reeza und Ullric nehmen sich zwei vor, Gus geht dem dritten in den Rücken. Auf einer der Plaketten steht ein Name. In einer der Westen steckt eine Karte des gesamten Flügels — säuberlich gefaltet, mit allen Türen, Räumen und Patrouillenrouten.
Auch Hinweise auf die Vermissten: Albin ist im Zwingerlager 16c, Nigök in einer Detention-Zelle 16a, und neben Niögk steht ein Vermerk, den niemand laut ausspricht: „keine AGB-Unterschrift".
Ein Schwindel im Challenge-Room#
Die Ostseite des Flügels ist eine lange Reihe von Challenge-Rooms — Glasfronten, an denen vorbeigeführt werden kann. Drinnen lösen Hunde Rätsel. Wer es schafft, bekommt ein Leckerli. Wer es nicht schafft, bekommt einen Schock. Es gibt Hunde, die offensichtlich seit Tagen nicht aufgehört haben.
Die Party bricht in einen der gerade unbenutzten Räume ein und nutzt ihn als Abkürzung in den Aussengang Richtung Zwingerlager.
Auf halbem Weg kommt ihnen Gesellschaft entgegen — zwei Lightning-Chihuahuas, knurrend mit blauen Funken zwischen den Zähnen, und in ihrer Mitte ein nervöser Bernhardiner an der Leine. Die Chihuahuas reagieren schnell. Schneller als sie sich gegen vier Stapel-Agenten halten können.
Der Kampf ist kurz und unschön. Während Grunar dazu übergeht, die Leichen der Chihuahuas zu schänden, beginnt der Bernhardiner zu zucken — und schrumpft. Fell wird Haut. Pfoten werden Hände. Vor ihnen kniet, völlig überfordert, ein magerer Mensch in einer schmutzigen Tunika.
Sein Name ist Freddie. Seine letzte Erinnerung: er hat bei Alf um eine Audienz ersucht, um Supergetreidesamen zu kaufen. Was danach geschah, weiss er nicht. Was hier ist, weiss er auch nicht. Er möchte nur sehr gerne wieder nach Hause.
Mit dem verwirrten Freddie im Schlepptau zieht die Party weiter zum Zwingerlager.
Der Lightning-Wolf#
Vor dem Zwingerlager: ein einzelner Dobermann. Würdig, scharf, ruhig — und mit einer Pfote nahe an einem Alarmstrang. Die Party erwischt ihn überraschend, aber nicht überraschend genug. Bevor er fällt, reisst er den Strang. Eine Glocke schlägt zweimal an, dann setzt das Licht im Korridor um: rote Sirenenlampen beginnen sich zu drehen.
Aus dem hinteren Teil des Flügels donnert ein Bass-Knurren. Was durch die Tür kommt, ist kein Hund mehr im üblichen Sinn. Ein Lightning-Wolf, eineinhalb Meter Schulterhöhe, mit Funken zwischen den Reisszähnen und Ozon im Atem. Der Boss des Flurs.
Es wird der härteste Kampf der beiden Sitzungen. Reeza und Ullric halten die Flanke, Gus zieht Aufmerksamkeit, Grunar schlägt zu, wo immer er stehen darf. Sie gewinnen. Knapp. Mit zwei Schritten weniger HP, als sich gut anfühlt.
Fünfhundert Zwinger#
Das Zwingerlager ist ein langer, kühler Saal. Schätzungsweise 500 Zwinger in Reihen, die meisten besetzt. Hunde aller Grössen, aller Zustände. Manche schlafen. Manche schauen einen an, als wüssten sie noch ganz genau, dass sie früher etwas anderes waren.
Albin ist in einem davon. Aber Albin ist nicht mehr Albin. Er ist ein Direwolf geworden, ein gut dressierter, der auf seinen Namen reagiert wie auf einen Pfiff. Er erkennt Grunar nicht. Er erkennt niemanden. Er sitzt, wenn man ihm sagt, er solle sitzen, und er folgt, wenn man ihm sagt, er solle folgen.
Angeschlagen, mit zwei neuen Begleitern und ohne Lust auf einen weiteren Boss, entscheidet die Party: Rückzug. Nigök bleibt. Mit dem, was sie jetzt wissen, wird man ihn ein anderes Mal holen.
Die Polymorphisations-Kammer#
Auf dem Weg zurück zum Lift kommen sie an einem Raum vorbei, den die Karte als „Pipeline" bezeichnet. Eine Tür ist offen — niemand drin gerade. Die Sirenen drehen sich draussen weiter, in der Konsole steckt ein Code, den Alf gerade selbst persönlich verschickt hat, und trotzdem schauen sie kurz hinein.
Drinnen: ein Fliessband mit drei Stationen.
- Station 1 flackert weiss und warm. Wer darunter durchfährt, sieht seine Schnitte schliessen. Heilung.
- Station 2 flackert violett. Sie nimmt einen Menschen auf — und gibt einen Hund aus. Pro Mensch immer dieselbe Rasse.
- Station 3 flackert gar nicht. Sie summt nur. Und sie tut etwas mit dem Gedächtnis. Was genau — weiss niemand, der lange genug bei Bewusstsein geblieben ist, um es zu erzählen.
Niemand bleibt lange. Die Zeit reicht nur für eines: Freddie soll nicht als Mensch durch die Tiefwasser-Kanalisation laufen müssen, also schieben sie ihn durch Station 2 — und der Bernhardiner ist zurück, einigermassen vertraut, einigermassen ruhig.
Dann raus, zurück zum Lift, runter, durch die Kanalisation, hoch in die Stadt.
Heimkehr#
Die Party erreicht das Stapel-Hauptquartier mit zwei Hunden im Schlepptau und einem hochroten Kopf. Albin wird Odiosis übergeben — was Odi mit einem Direwolf anfängt, der den Stapel nicht mehr erkennt, ist Odis Sache.
Freddie behält Grunar als Haustier.
Nigök bleibt in der Detention.
Wichtige Entdeckungen#
- Alfs Turm hat mindestens 16 Etagen, mit einem Konsolen-Lift, der durch eine Grotte unter der Kanalisation erreichbar ist. Login: Alf / Pink.
- Im Flügel 16c unterhält Alf ein Hundezucht-Programm: sprechende Hunde, Challenge-Rooms mit Schock-Belohnungs-Konditionierung, ein Zwingerlager mit über 500 „Hunden".
- Eine Polymorphisations-Pipeline kann Menschen in Hunde verwandeln, heilen und Erinnerungen manipulieren. Mindestens drei Stationen.
- Albin wurde in einen Direwolf verwandelt und erinnert sich an nichts. Er ist beim Stapel — aber er ist nicht zurück.
- Freddie war ein Mensch, der bei Alf einkaufen wollte. Jetzt ist er ein Bernhardiner.
- Nigök lebt, wird aber im Detention-Trakt bestraft, weil er „die AGB nicht unterzeichnet" hat.
Offene Fragen#
- Lässt sich die Polymorphisation rückgängig machen? Was machen die drei Stationen wirklich?
- Wer hat Freddie eine Familie, die ihn vermisst — und was passiert, wenn der nächste Effekt ausläuft?
- Wie kommt der Stapel an Nigök heran, ohne den ganzen Flügel auf den Kopf zu stellen?
- Was läuft auf den anderen 15 Etagen?
- Warum betreibt Alf eine Hundezucht?
DM-Info (Nathanael)#
Polymorphisations-Stationen#
Jede Station lähmt das Subjekt für 30 Sekunden — wer auf dem Fliessband liegt, kommt ohne Hilfe nicht heraus, bis er am Ende ist.
- Station 1: Cure Wounds (Stufe 1)
- Station 2: Polymorph, aber Dauer = 8 Stunden. Pro Mensch immer dieselbe Hunderasse.
- Station 3: Plaziert alles, was in den nächsten 8 h passiert, in einem separaten Speicher. Wenn der Effekt schon läuft, wird das bisher Gespeicherte ins Archiv ausgelesen, und die Effektdauer verlängert auf jetzt + 8 h.
Die Hunde-Patrouillen schicken alle Gefangenen 3–4 mal täglich durch die Pipeline.
Nigök läuft nur durch Station 1 und 2 — er hat die AGB für die Experimente nicht unterzeichnet, also wird er bestraft statt experimentiert. Strafe: Y Tage Detention, dann unfreiwillige Teilnahme an den Experimenten.
Albin#
Wurde beim Einbruch in den Turm zusammen mit Nigök gefasst. Hat unterzeichnet (oder wurde dazu gebracht), ist mehrfach durch alle drei Stationen gelaufen. Erinnerungen sind im Archiv von Station 3 — theoretisch wiederherstellbar.
Freddie — 8h-Timer & Familien-Hook#
Freddie verwandelt sich 8 h nach der letzten Station-2-Anwendung zurück. Die Zähluhr läuft seit dem Polymorph in der Pipeline am Ende der Session.
Plot-Hook für Grunar (Tim): Freddie hat eine Familie, die ihn vermisst. Wenn das Konsequenzen haben soll: go for it.
Konsole und Lift#
- Login Alf / Pink funktioniert. Passwort-Änderungsversuch löst stillen Alarm aus — Alf bekommt einen Code zugeschickt. Hat in dieser Session erst beim Sirenen-Trigger gegriffen, könnte aber für Folge-Sessions sofort eskalieren.
- Schere = 1d4 Lightning, Stein = An/Aus, Papier = nichts.
- Der Konsolen-Raum ist der Lift. Etagenauswahl im Verzeichnis bewegt den Raum.
Niögks Status#
Lebt, gesund, in Detention 16a. Wird nur via Station 1+2 durchgeschleust (Heilung + Polymorph), nicht durch 3 (keine Memory-Manipulation, da er sich erinnern soll, was er falsch gemacht hat). Strafphase läuft.
Nicht aufgelöst — für Folge-Sessions#
- Der ausgelöste Alarm. Alfs Code. Was passiert, wenn der nächste Trupp dasselbe Login probiert?
- Die anderen 15 Etagen.
- Der Boss-Lightning-Wolf war 16c — was sitzt auf 1, 2, 8, 16a?