Die Verborgenen Lords#

Tiefwasser wird nicht von einem König regiert, nicht von einem Tyrannen, und schon gar nicht vom Volk. Tiefwasser wird regiert von dreizehn Gesichtern, die niemand kennt.

Der Rat der Verborgenen Lords — dreizehn Männer und Frauen, deren Identitäten so sorgfältig gehütet werden, dass nicht einmal die Ratsmitglieder selbst wissen, wer neben ihnen sitzt. Sie tagen maskiert, sprechen durch magisch verzerrte Stimmen, und treffen Entscheidungen, die das Schicksal einer halben Million Menschen bestimmen. Nur eine einzige Person gibt sich zu erkennen: der Offene Lord, das öffentliche Gesicht der Regierung, der im Palast von Tiefwasser residiert und die Beschlüsse des Rates nach aussen vertritt. Der letzte, der dieses Amt bekleidete, war Dagult Neverember — bis seine Korruption aufflog und er aus der Stadt verschwand. Wer seitdem als Offener Lord amtiert, ist eine Frage, auf die Tiefwasser noch immer eine befriedigende Antwort sucht.

Nachfolge#

Wenn ein Verborgener Lord stirbt, wählen die verbleibenden zwölf einen Nachfolger und rekrutieren ihn — oder sie — persönlich. Ein geschlossenes System, das sich selbst erhält. Keine Wahlen, keine Ernennungen von aussen, keine Transparenz. Die Stärke dieses Systems liegt in seiner Undurchdringlichkeit. Seine Schwäche auch.

Was man weiss — und was man vermutet#

Über die internen Abläufe des Rates ist fast nichts bekannt. Es ist jedoch eine faire Annahme, dass die meisten Verborgenen Lords dem Tiefwasser-Adel entstammen — wer sonst hätte die Mittel, die Verbindungen und die Diskretion, um ein solches Amt zu führen? Gerüchte nennen gelegentlich Namen: reiche Kaufleute, pensionierte Generäle, einflussreiche Priester. Beweise gibt es keine.

Bekannt ist, dass Mirt der Geldverleiher einst zu den maskierten Lords gehörte — sein Herrenhaus im Burgbezirk zeugt noch von jener Zeit. Ob er noch immer am Ratstisch sitzt, weiss niemand mit Sicherheit.

Verbindungen#

  • Der Burgbezirk ist das politische Zentrum — hier tagt der Rat, hier residiert der Offene Lord
  • Der Schwarzstab-Turm ist durch geheime Tunnel mit den Gemächern der Lords verbunden
  • Die Stadtwache untersteht formal dem Rat, doch wie viel Kontrolle die Lords tatsächlich über ihre eigenen Wachen haben, ist eine andere Frage

Aufgedeckte Identitäten#

Lange galt jeder Sitz als unauffindbar. Im Frühjahr 2026 zog der Stapel im Verlauf der Chiffren-im-Schatten-Affäre einen Faden, der zum ersten Mal ein konkretes Gesicht hinter einer der Masken sichtbar machte.

Lady Elara Weissthal — „Weisser Turm"#

Lady Elara Weissthal — Oberhaupt des Adelshauses Weissthal, einer der ältesten Familien Tiefwassers, deren Wappen ein schmaler weisser Turm ziert. In ihrer Maske als Verborgene Lord trägt sie den Codenamen Weisser Turm, signiert ihre Befehle mit „W.T." und unterhält eine kleine Schattenstruktur aus Schlägern, telepathischen Spitzeln und Kurieren — primär eingesetzt, um Spuren rund um ihre Verbindungen zum Schwarzen Netzwerk zu tilgen.

Was den Stapel auf sie führte (Stand 19. April 2026):

  • Ein Brief in Sezeths Mantel, gesiegelt mit dem weissen Turm im roten Wachs, signiert „W.T."
  • Ein zweites Siegel an der Leiche des im Endkampf gefallenen Panzerkriegers
  • Karlos Aussage, dass es um die Identität eines Verborgenen Lord geht
  • Cassians Reimbuch aus Teil 1 — eine unabsichtliche Spur seines Sohnes auf das Familienwappen

Der Verdacht steht. Der Beweis im Sinne eines Geständnisses, eines Augenzeugen oder eines Dokumentes mit ihrem Namen — fehlt noch.

🔒 DM

Lady Elara Weissthal ist tatsächlich der Zhentarim-Lord der oben dokumentierten Unterwanderung. Die Spieler haben den Verdacht jetzt aktiv, gerichtsfest belegen können sie ihn aber noch nicht — der Brief identifiziert nur den Codenamen, die Schlusskette „Weisser Turm → Weissthal-Wappen → Cassian → Lady Elara" ist eine saubere Deduktion, aber keine Aussage und kein Geständnis. Ein Konfrontations- oder Erpressungs-Plot ist damit jederzeit spielbar.

Cassian weiss nichts von der Doppelrolle seiner Mutter — auch nach langem Verhör nicht. Falk „der Fuchs" (sein Begleiter aus der Tintenkrone) ist die ursprüngliche Quelle des Lecks, lebt aber bisher unauffällig weiter und ist den Spielern als Bedrohung nicht aufgefallen.


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