Araboria#

Kreiert Jul

Araboria kannte das Gefühl von Zuhause nie wirklich. Als Tiefling geboren, wurde sie in einem kleinen Dorf gross, in dem man sie stets mit Misstrauen betrachtete. Hörner, ungewöhnliche Haut und die Gerüchte über teuflisches Blut machten sie für viele zu einem schlechten Omen.

Araboria

Schon als Kind zog sie sich immer häufiger in den Wald zurück. Dort stellte niemand Fragen. Die Tiere flohen nicht vor ihr, und die Bäume urteilten nicht über ihr Aussehen.

Mit der Zeit hörte sie auf, ins Dorf zurückzukehren.

Sie baute sich tief im Wald ein einfaches Leben auf – ein kleines Baumhaus zwischen alten Ästen, umgeben von Beerensträuchern und Heilkräutern. Dort lernte sie, von der Natur zu leben und ihre Kräfte zu verstehen.

Ihr einziger ständiger Begleiter war ein neugieriges Eichhörnchen namens Nuss. Es wurde ihr treuester, einziger Freund. Jahre vergingen ruhig und friedlich.

Bis eines Tages Araboria eine Fremde im Wald fand. Eine erschöpfte, halb verhungerte Halbelfin namens Ashara. Sie war aus ihrer adligen Familie verstossen worden und hatte sich hoffnungslos im Wald verirrt. Arboria nahm sie auf, pflegte sie gesund und zeigte ihr, wie man im Wald überlebt.

Die beiden wurden Freunde, obwohl sie aus völlig verschiedenen Welten stammten.

Ashara erzählte oft von der grossen Stadt Waterdeep – von Märkten voller Wunder, von Magiern, Abenteurern und Möglichkeiten. In dieser Stadt, sagte sie, könne man alles finden, wenn man nur mutig genug sei. Nach zwei Monaten brach Ashara schliesslich auf, um dort ein neues Leben zu beginnen.

Araboria blieb zurück. Der Wald war immer noch ihr Zuhause. Zwei Jahre lang lebte sie wieder ruhig zwischen Bäumen und Tieren.

Bis zu dem Tag, an dem alles brannte.

Als Araboria eines Abends vom Beerensammeln zurückkehrte, sah sie Rauch zwischen den Bäumen aufsteigen. Ihr Baumhaus stand in Flammen.

Zwischen der verkohlten Erde fand sie Nuss, schwach und zitternd. Etwas war mit ihm geschehen – ein Fluch, eine dunkle Magie, die seine Lebenskraft langsam aus ihm herauszog.

In der Asche lag nur ein einziger Hinweis:

Ein Stück roter Stoff mit silbernem Glanz.

Arboria wusste nicht, wer ihr Zuhause zerstört hatte. Aber sie wusste, wo sie anfangen musste zu suchen.

Sie packte, was vom Feuer verschont geblieben war, setzte das geschwächte Eichhörnchen auf ihre Schulter – und machte sich auf den Weg.

Waterdeep.

Wenn es irgendwo Antworten, Heilung oder Rache gab… dann dort.


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